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ifa - Philosophie


ifa als Teil der psychosozialen Versorgung
  
Für psychisch erkrankte Menschen, von denen die wenigsten in familiären Bindungen leben, liegt ein Wesenszug der psychischen Erkrankung in der Unfähigkeit, gleichgewichtige soziale Beziehungen eingehen und halten zu können. Die Teilhabe an der Welt der Arbeit ist für sie besonders wichtig. In einem klar definierten Beziehungsrahmen, in dem sie, z.B. als Kollege, Arbeitnehmer und Arbeiter einer klaren Rollendefinition unterliegen, können psychisch kranke Menschen zumindest ein Stück weit soziale Beziehungen eingehen.

Wenn man einmal die Welt der Arbeit betreten hat, verstärkt die Arbeit umgekehrt die Teilnahme an dieser Welt. (Bennett, 1985)

Psychisch Kranken durch Arbeit Halt im Alltag zu geben und somit einen wichtigen Beitrag zur psychosozialen Versorgung zu leisten bildet den Kern der ifa-Philosophie.


Die ifa-Philosophie
  
ifa sieht es als seine Aufgabe an, psychisch Kranken sowie, in geringerem Umfang, anderen Schwerbehinderten (Hörgeschädigten, geistig Behinderten) geschützte Arbeitsplätze bereitzustellen, die auf dem Arbeitsmarkt ansonsten immer weniger angeboten werden.

Nicht alle psychisch kranken Menschen können oder wollen in Voll- oder Teilzeit arbeiten. Für diesen Personenkreis schafft ifa Arbeitsmöglichkeiten im Zuverdienstbereich. Die Bereitstellung stundenweiser Arbeitsmöglichkeiten hat bei ifa die gleiche Gewichtigkeit, wie die sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze. Speziell für psychisch kranke Frauen bieten die Second-hand-Geschäfte ideale Bedingungen für Zuverdienstmöglichkeiten. 

Handwerk, Handel und einfache Dienstleistungen bieten auch weniger qualifizierten, leistungsgeminderten Menschen immer noch sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Da sich prinzipiell Arbeitsprofile für psychisch Kranke finden lassen, erkundet ifa immer wieder neue Marktchancen für solche Arbeitsplätze.

Allerdings bleiben die unvermeidlichen Leistungsschwankungen bei Ausführung der Arbeiten, die psychische Krankheiten typischer Weise zur Folge haben. ifa versucht diesen Schwankungen durch individuelle Arbeitspläne und Betreuungen gerecht zu werden. Um dies leisten zu können ist ifa in geringerem Umfang auf nicht behinderte Mitarbeiter angewiesen. Bei der Einstellung werden bevorzugt Arbeitslose berücksichtigt, um damit zu einer Entlastung des Arbeitsmarktes beizutragen. Betriebsintern wird großen Wert auf die Gleichrangigkeit der Mitarbeiter gelegt. Trotz unterschiedlicher Leistungsniveaus sind alle Mitarbeiter gleichberechtigt. Allerdings verlangt ifa von seinen Mitarbeitern, dass jeder sein Bestes gibt. Nur so kann auch untereinander ein hohes Maß an Solidarität, das die Voraussetzung für eine kollegiale Zusammenarbeit ist, erreicht und erhalten werden. Gerade von den Betriebsleitern erfordert diese „Gleichheit in der Ungleichheit“ ein hohes Maß an pädagogischem und menschlichem Fingerspitzengefühl. Jeden Tag muss dieses Gleichgewicht neu ausbalanciert werden. 

ifa ist für die Kunden ein „ganz normaler“ Betrieb. Viele von ihnen wissen nicht einmal, dass die meisten der Beschäftigten schwerbehindert sind. Sie erwarten für ihr Geld eine adäquate Leistung, die sie auch erhalten. Nur so kann ifa auf Dauer bestehen und die Arbeitsplätze absichern. Das unterscheidet uns in keinster Weise von einem normalen Handwerksbetrieb oder Dienstleistungsunternehmen. 

ifa ist ein Erwerbsbetrieb der Arbeitsplätze anbietet. Pädagogische Betreuung und Therapie findet in den Wohngemeinschaften sowie beim behandelten Arzt statt. Insoweit bietet ifa auch einen „therapiefreien“ Raum. Gerade für psychisch Behinderte ist dies besonders wichtig, damit sie lernen, mit ihrer Erkrankung zu leben. Denn die Krankheit darf nicht alle Lebensbereiche durchdringen. Das bedeutet nicht, dass auf die individuelle Situation der Mitarbeiter nicht Rücksicht genommen wird. Je nach Erkrankung und medikamentöser Behandlung sind bestimmte Arbeiten (Gerüstarbeiten, Fahrertätigkeiten, Schichtarbeit) nicht durchführbar und müssen von nicht behinderten Mitarbeitern übernommen werden.

Auch wenn Mitarbeiter krankheitsbedingt über mehrere Monate ausfallen, bleibt ihnen bei ifa der Arbeitsplatz erhalten. In oder nach Krisenzeiten ist eine Arbeitsreduzierungen möglich. Nach einer stationären Behandlung ist häufig auch das Hamburger Modell eine Möglichkeit des langsamen Wiedereinstiegs in die Arbeit. Mitarbeiter, die auf längere Zeit nicht mehr in einem Voll- oder Teilzeitarbeitsverhältnis arbeiten können, haben die Möglichkeit, zeitlich begrenzt oder auf Dauer, in den Zuverdienstbereich zu wechseln. Auch hier bleibt die Chance erhalten auf einen regulären Arbeitsplatz zurückzukehren.

Die Sicherheit, dass der Arbeitsplatz, trotz zeitweiser Erkrankung, erhalten bleibt, ist ein wichtiges Kriterium. Dies ermöglicht es den Mitarbeitern, bei einer beginnenden Erkrankung rechtzeitig in Behandlung zu gehen und vermindert in hohem Maße die Angst vor einem stationärem Aufenthalt, der bei vielen psychisch Kranken, die in einem ungeschützten Arbeitsverhältnis arbeiten, häufig zum endgültigen Verlust der Arbeit, der Wohnung und der mühsam aufgebauten „Normalität“ führt.

ifa qualifiziert seine Mitarbeiter ohne Rehabilitationsdruck. Es gibt kein Rehabilitationsziel, das erreicht werden muss und eine Drucksituation, der viele psychisch Kranke nicht gewachsen sind, erzeugt. In diesem Klima entwickelt sich für viele Mitarbeiter von selbst der Wunsch mehr zu können. In der Vergangenheit konnte das Ziel, schwerbehinderte Menschen durch Arbeit ein Stück Normalität zu geben und dadurch eine Gesundung zu fördern, oftmals erreicht werden. Wir werden versuchen die Arbeitsanforderungen und die spezifischen Bedürfnisse der Behinderten auch in Zukunft in Übereinstimmung zu bringen, um unseren Anteil zur psychosozialen Versorgung zu leisten. 


ifa als Teil der psychosozialen Versorgung im Rhein-Neckar-Kreis
  
Neben der Integration durch Arbeit (das Aufgabenfeld, dem sich ifa verschrieben hat) umfasst gesellschaftliche Integration von psychisch kranken Menschen den Bereich der ambulanten und stationären medizinische Versorgung, die Unterstützung im betreuten Wohnbereich (Betreute Wohngruppen, Betreutes Einzelwohnen) und in Tagesstätten sowie psychosoziale Dienste, Arbeitsrehabilitations- und Berufsbildungsangebote, Werkstätten für Behinderte und vielfältige geschützte Arbeitsangebote. Die Region Heidelberg/Rhein-Neckar verfügt über ein dichtes Netz von Einrichtungen, die eng verknüpft zusammenarbeiten: Die Universitätsklinik Heidelberg und das Psychiatrische Zentrum Nordbaden sowie Betreuungsvereine und Verbände, die Wohnangebote, Betreutes Einzelwohnen, Tagesstätten und psychosoziale Dienste vorhalten. Ifa steht mit diesen Einrichtungen in engem Kontakt und Austausch, um an einem optimalen Angebot zum Wohle der von psychischer Krankheit betroffenen Menschen mitzuarbeiten.

In Heidelberg haben sich diese Einrichtungen im Psychiatrie-Arbeitskreis (Psych-AK) zusammengeschlossen, im Rhein-Neckar-Kreis im „Psychosozialen Arbeitskreis“. ifa ist aktives Mitglied in beiden Arbeitsgemeinschaften.
  
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